He tried to smile ♥

Er dachte schon, es sei vorbei und konnte sich entspannt in den Sessel setzen, nein, seit Damian nicht mehr auf die Couch, als sie nach all diesen Widerworten in die Küche verflüchtigt hatte. Und er glaubte zu sehen, wie Madame Riff beinah umkippte, weil sie das Ohr so an das Holz presste, kaum wurde die Tür geöffnet und das, was er nicht mochte, aus seinem Blickfeld geschafft, nur, damit sie zurückkehrte. Um sich zu verteidigen. Sollte das ein Witz sein ? Er ließ sie nicht aus den Augen, als sie um ihn herumging und fortfuhr. Das war ja zu süß. Und er nahm es ihr nicht ab. Beziehungsweise wollte es nicht hören. Mit Gefühlsduselei kam sie bei ihm nicht weiter, da konnte sie ruhig zu Henry gehen, wenn der da etwas drauf hielt. „Oh Bitte .. Könntest du einfach nur deinen Mund halten und verschwinden ?“ Natürlich war es nicht sein Haus. Zumindest direkt. Indirekt schon. Sie stritten sich schließlich nur in diesen vier Wänden, weil er dafür sorgte, dass Audrey hier leben durfte, auch wenn sie die ganze Straße mit Räucherstäbchen verpestete. Aber ob dies hier sein Eigentum war, stand nicht zur Debatte, weil er wusste, dass sie sich kaum durch so einfache Worte wegschicken ließ. Da brauchte es wenn schon Schwerwiegenderes. Wie vielleicht vorhin mit der Sache, als er ihr gesagt hatte, er hasste sie. Da schien sie ziemlich geschockt gewesen zu sein. Aber was erwartete sie ? „Du bist schuld, weil du nie das tust, was ich dir sage ! Und das auch noch mit Absicht“, erwiderte er bissig. Sieh dich bloß vor, mehr dachte er dazu nicht, abgesehen davon, dass er die Kurve kratzte, wenn sie das nicht bald tat. Er hatte keine Lust, jetzt mit ihr zu diskutieren. Lieber würde er im Zug sitzen und an all das nicht mehr denken. Sie machte ihn krank. Von Anfang an und er begann das erst nun zu merken. Wie ein Virus nun mal. Bei den ersten Auswirkungen tut man es als einfachen Husten ab und schätzt, dass es nicht so schlimm ist und ehe man sich versieht, wird man am nächsten Tag mit einer heftigen Erkältung konfrontiert. Ja. Sie machte ihn wahrlich krank. Vielleicht ging sie, wenn er so tat, als sei sie nicht mehr da. Ihr einen letzten, finsteren Blick zuwerfen und sich mit einem wahllos genommenen Buch setzen, und man lässt es solange so aussehen, als würde man lesen, bis sie aufgibt und ihr Kind und ihr Gepäck nimmt, um abzuhauen, weil sie das Alles nicht mehr wollte. Konnte Audrey ihm nicht den Gefallen tun und den Jungen mit einem Küchenmesser für ihn aus dem Weg schaffen ? Nein, konnte sie natürlich nicht, weil ihr das hier gefiel und eine wunderbare Unterhaltung für sie war. Und sein Gedanke von vorhin war das Beste, was er zu tun vermochte. Ohne ihr noch etwas zu sagen, wandte er sich ab und setzte sich. Sie sollte seine Abneigung sehen. Er neigte sich über die Armlehne des Sessels, um an den Beistelltisch zu gelangen und sich eine der viel zu vielen Lektüren zu nehmen, die ihm gesamten Haus verstreut und verstaubt dalagen. Der Titel war in Latein, aber zumindest der Inhalt nicht, und deshalb musste er sich keine Sorgen machen, desinteressiert zu wirken, während er sich auf die Zeilen konzentrierte. Nein. Er wollte, dass sie sah, dass er sie nicht brauchte und dass er keine Lust verspürte, diese ewigen Debatten zu wiederholen, die sie schon vor Jahren geführt hatten. Das Kind nehmen und gehen. War das denn zuviel verlangt ? Ihr wäre dann auch die Sicherheit Damians gewiss, was stand sie also noch hier herum ? Sie konnte sich sicher sein, dass er erst Ruhe gab, wenn er Junge tot war. Und er würde ihn zu dem Abfall bringen lassen, der in den älteren Straßen lag, dorthin, wo er hin gehörte. Wo er zwei Dinge verkörperte. Einmal die Herkunft seiner unbedachtsamen Mutter und einmal seine gesamte Existenz. Er war kein Vater. Das hatte sie gewusst, also was hatte sie sich gedacht, als sie sich entschlossen hatte, ihn auf die Welt zu setzen ? Mal vollkommen von Henry abgesehen. Ihr war klar gewesen, dass sie ihn, Sydney, irgendwann wieder sehen würde und da sie mittlerweile gut über ihn Bescheid wusste, da stellt sie ihm auch noch seinen Sohn vor. Und verlangt, dass man sich um ihn kümmert. Nein, Danke. Er schlug die Beine übereinander, versuchend, die anwesende Person zu vergessen und sich bloß auf die Worte zu konzentrieren, die ihm etwas über Sternbilder erzählten. Wieso las man denn so was ? Victoria und Audrey waren die einzigen Frauen, die er nicht verstand. Die Erstere besonders. Sie verhielten sich jedoch beide wirklich seltsam. Und die Sache mit Victoria lag nicht an ihm. Er provozierte sie aus reinem Amüsement, manchmal, und sie wusste das. Er ließ sie links liegen aus reinem Amüsement, ebenfalls manchmal, und das wusste sie auch. Sie kannte seine Stimmungen und seine Launen, ansonsten hätte sie sich nie auf ihn eingelassen. Es sei denn, sie wäre jederzeit betrunken. Aber wäre sie eine extreme Alkoholikerin, hätte er sie bestimmt mehr als viermal (es musste viermal gewesen sein) ganz intim und wirklich privat beansprucht und diese sinnlosen Streitigkeiten seiner Belustigung wegen würden nie passiert sein. Aber das waren sie und deswegen und weil sie keine tägliche Alkoholikerin war, die man so schnell flachlegen konnte, diskutierten sie wieder. Und er quittierte das nur mit seiner Ablehnung. Das, was gesagt werden sollte, war gesagt worden und sobald sie das Haus verlassen hatte, riefe er Audrey rein und ließ sich während einer Tasse Tee zur Entspannung Karten legen, bevor er wegfuhr. Er hatte sie nicht mehr angesehen
say am 3.3.07 23:58


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