Soziologie .. Shit happens

Sie würde keine einzige Antwort erhalten. Absichtlich sah er nicht zu ihr, als sie sich bewegte und sich neben dem Sessel niederließ. Eigentlich müsste er nicht lange überlegen. Gleich aus der Tür verschwinden und das hier hinter sich lassen, das erschien ihm wirklich richtig. Und sie redete wieder einen solchen Mist. Das mit den Angestellten vorhin war nicht der Rede wert, dass sie es erwähnen brauchte. Natürlich taten sie das, was er ihnen auftrug, schließlich wurden sie dafür bezahlt und sowieso hatte er doch ein vollkommen anderes Verhältnis zu den fünf Leuten zu Hause als zu ihr. Oder sah nur er das so ? Wahrscheinlich schon, sonst würde sie nicht so etwas sagen. Gott, sie konnte es nicht mehr ändern. Dieser Traum war aus und Ende. Sie sollte sich gar nicht wundern. Für ihn war es nicht mehr das Gleiche seit diesen zwei vergangenen zwei Jahren. Er fühlte sich ungut in ihrer Nähe, vielleicht lag das auch einfach daran, dass er das Ganze nicht mehr wollte. Konnte sie jetzt nicht einfach gehen ? Jene Zeiten waren vorbei, die Antwort auf ihr letztes Gesagtes vermochte sie sich auch selbst zu geben. Sie sollte sich gar nicht beschweren. Sie hatte es selbst so gewollt und er wusste, was er wollte. Und gerade war sie einfach nur das Gegenteil von diesem. Wegen ihr fühlte er sich schlecht. Ihr ging es doch erst so gut, seit sie ihn kennen gelernt hatte. Und jetzt war sie nicht mehr als ein kleiner Spaß nebenbei, so, wie sie ihm wehtat. Er sagte diese drei kleinen Worte sicher nie wieder. Tja, sie hatte sich da wohl in irgendetwas reingesteigert. Er konnte sie nicht auf immer lieben, das hatte sie gewusst. Oder sollte sie gewusst haben. Ignoranz. Er ignorierte sie, war sie es doch nicht wert, sich um sie zu kümmern und dem zu zuhören, was sie sagte oder ihr überhaupt Beachtung zu schenken, indem er ihre Anwesenheit wahrnahm. Er war nicht hier her gekommen, um sich zu streiten. War hier her gekommen, um sich sein Schicksal wie immer legen zu lassen und um ihr in dem Briefumschlag die Miete zu geben. Obwohl er wusste, dass sie mittlerweile selbst genug verdiente, um ihre Kosten zu decken. Aber davon hatte er nie etwas gesagt. Lieber ließ er sie weiterhin denken, er sei so dämlich und legte noch etwas drauf, merkte nicht, dass sie nun eigenes Geld besaß, als dass er dann ganz verlassen wäre. Weil er sonst keinen Grund sah, zu ihr nach Hause zu kommen, außer ihr die paar Pfund rüberzubringen. Himmel, auch wenn sie nur entfernt verwandt war, war sie immer noch Familie und davon hatte er in London nicht viel, weil die meisten sich in ihren Herrenhäusern auf dem Land herumtrieben. Und sie vermochte er trotz der Unterschiede am besten verstehen. Sie war ebenso exzentrisch wie er. Nun, wichtige Dinge blieben ihm also kaum, das meiste flüchtete sich ja. Das präsenteste Beispiel bot sie ihm gerade. Aber er machte da nicht länger mit und deshalb würde er dieses Mal derjenige sein, der ging. Nicht für immer. Vielleicht. Je nach dem, wie ihm das Leben außerhalb der Stadt gefiel. Das war egoistisch, wenn man daran dachte, was er von Audrey hielt, aber erwusste wohl, dass sie seine Gegenwart nicht so benötigte wie er die ihre. Still prägte er sich die Zeilen der alten Seiten ein. Er hatte keine Zeit zum Reden.
5.3.07 19:21
 


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char;lie / Website (5.3.07 21:31)
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